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Sprechen über Sprache im Tractatus
33 S. 25

Da in allen Antinomien (ausgenommen die paradoxen Definitionen wie der Barbier, der alle jene rasiert, die sich nicht selbst rasieren usw.) formale Begriffe vorkommen, kann man auch sagen, dass alle Antinomien „metalogisch" sind: die „Metalogik" entspricht ja ungefähr jener Untersuchungsebene, auf der ich auch die „Klassifizierung usw. eines Satzes bzw. Ausdruckes hinsichtlich seiner formalen Eigenschaften" angesiedelt habe - „Logik" wäre demzufolge nur die Formalisierung von Sätzen bzw. Ausdrücken ohne Begründungs- und Klassifikationsversuche der Sätze und Ausdrücke. Mas man üblicherweise an Metalogik voraussetzen 2u müssen glaubt für eine „Logik", das ist nach Wittgenstein überflüssig, die formalen Eigenschaften - die „Metalogik" - „zeigen" sich; es ist überflüssig und ggf. auch unsinnig, dies explizit zu formulieren. Denn dabei würden „metalogische", metaphilosophische, d.h. formale Begriffe auftreten wie eigentliche Begriffe.

PG 116 Und die Philosophie hat es in demselben Sinn mit Kalkülen 2u tun, wie sie.es mit Gedanken, Sätzen und Sprache zu tun hat. Hätte sie's aber wesentlich mit dem Begriff des Kalküls zu tun, also mit dem Begriff des Kalküls von allen Kalkülen, so gäbe es eine Metaphilosophie. (Aber die gibt es nicht. Man könnte alles, was wir zu sagen haben, so darstellen, dass das als ein leitender Gedanke erschiene.)"

Nebenbei: Nach diesem „leitenden Gedanken" sollte auch diese Interpretation verlaufen.

Alle Antinomien sind eine bestimmte Art von metalogischen Sprechversuchen über das, was sich „zeigt" Und so könnte der Begriff „zeigen" noch eingehender zur Erklärung (bzw. mindestens 2um Verständnis) der Antinomien herangezogen werden: ausgehend davon, dass sich formale Eigenschaften „zeigen" und dass sie nicht wie eigentliche Begriffe gebraucht werden können (d.h. dass man sie nicht prädizieren kann, dass man über sie nichts prädizieren kann, dass es keine metalogische Sprechweise gibt), dass aber Antinomien dies trotzdem versuchen, kommt man zu einem ungefähren Ablaufschema der Antinomien.

Hinsichtlich „Lügner": Erstens wird versucht, einem Satz die formalpragmatische Eigenschaft „negiert" zuzuordnen, die sich im Allgemeinen im Satz „zeigt". Zweitens „zeigt" sich in dieser Zuordnung eine weitere formalpragmatische Eigenschaft: in dem, was der Lügner sagt, „zeigt" sich (als notwendige Bedingung dafür, dass er überhaupt etwas sagen kann die formale Eigenschaft, dass der Satz „affirmiert" sein muss. Kurz: im „Lügner" kollidiert die eine formale Eigenschaft (die der lügnerische Satz sich selbst zuordnet) mit der zweiten formalen Eigenschaft (die notwendig ist, damit diese Zuordnung pragmatisch-sinnvoll ist).

🤖 Claude-Analyse 💬 2 25.09.2026 22:30

# Analyse

Der Text entwickelt eine Wittgenstein-inspirierte Diagnose logischer Antinomien: Diese entstehen durch den unzulässigen Versuch, formale Begriffe (die sich nur „zeigen" können) wie eigentliche, prädizierbare Begriffe zu gebrauchen. Der Autor/die Autorin überträgt Wittgensteins Zeige-Sagen-Unterscheidung auf die Metalogik-Ebene: Da es keine „Metaphilosophie" gibt (PG 116), kann es analog auch keine legitime „metalogische Sprechweise" geben – Antinomien sind gerade solche illegitimen Sprechversuche über Formales.

Am Beispiel des Lügner-Paradoxons wird dies konkretisiert: Die Antinomie entsteht durch die Kollision zweier formaler Eigenschaften – der explizit zugeordneten (Negation) und der pragmatisch notwendig vorausgesetzten (Affirmation als Bedingung des Sagens überhaupt).

Bemerkenswert ist die selbstreflexive Volte: Der Interpret erklärt, seine eigene Analyse solle dem „leitenden Gedanken" folgen, den er bei Wittgenstein findet – eine performative Bestätigung der These, dass es keine Metaebene jenseits der Praxis gibt.

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