Der Satz besitzt wesentliche und zufällige Züge.
Zufällig sind die Züge, die von der besonderen Art der Hervorbringung des Satzzeichens herrühren. Wesentlich diejenigen, welche allein den Satz befähigen, seinen Sinn auszudrücken.
# Interpretation TLP 3.34
Wittgenstein unterscheidet hier zwischen dem Satzzeichen (dem konkreten physischen Zeichen – gesprochen, geschrieben) und dem Satz als logischem Symbol, das einen Sinn ausdrückt.
Zufällige Züge sind alle Eigenschaften, die aus der materiellen Realisierung stammen: die Sprache, in der ein Satz formuliert ist, die Schriftart, die Aussprache, die Tinte – kurz: alles, was mit der psychologischen oder physikalischen Hervorbringung zusammenhängt.
Wesentliche Züge sind hingegen jene Strukturmerkmale, die den logischen Bau des Satzes ausmachen – seine Fähigkeit, eine Tatsache abzubilden (vgl. die Bildtheorie des Satzes, 2.1ff.). Nur diese Struktur ermöglicht es dem Satz, Sinn zu haben.
Diese Unterscheidung ist zentral für Wittgensteins Projekt: Er will die logische Form freilegen, die hinter der Oberflächengrammatik natürlicher Sprachen verborgen liegt. Damit bereitet er 3.32–3.33 vor, wo er zwischen Zeichen und Symbol unterscheidet, und bewegt sich auf die Kernthese zu, dass Logik unabhängig von kontingenten sprachlichen Ausdrucksformen ist.
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