Es wird jetzt auch klar, warum die Logik die Lehre von den Formen und vom Schliessen genannt wurde.
Wittgenstein erklärt hier, warum „Logik“ treffend als Lehre von den Formen und vom Schließen gilt: Nach seiner Auffassung (6.12ff.) bestehen logische Sätze aus Tautologien; sie sagen nichts über die Welt, sondern zeigen die logische Form aller sinnvollen Sätze. Darum ist Logik „Formenlehre“. Zugleich ist sie „Lehre vom Schließen“, weil gültiges Folgern nichts inhaltlich Neues hinzufügt, sondern nur die in den Formen bereits gegebene Notwendigkeit sichtbar macht: Ableitbarkeit ist eine Relation von Wahrheitsfunktionen, realisiert durch zulässige Transformationen der Zeichen gemäß der logischen Syntax. So begrenzt Logik nicht den Gegenstand der Welt, sondern die Form des Sagbaren; sie ist a priori, inhaltsleer und zeigt (statt zu sagen), was aus was folgt. Dies verortet sie im Tractatus als Rahmen der Bedeutung und der Sinnhaftigkeit.
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