Als erste mögliche Folge ist sichtbar zu machen, dass die formalklassi-fikatorischen Sätze (A2) selbst wieder jene formalen Eigenschaften haben (können), die sie jeweils dem Satz (A) zuschreiben. Das zeigt sich, wenn sie selbst wieder formalisiert werden -"(FKF-pr)" bzw."(FKF-Sy)" bedeute dabei die Formalisierung der Formalklassifikation in pragmatischer bzw. syntaktischer Hinsicht:
(FKF-pr):(A2) ist formalisiert „p", d.h. (A) ist ein Wert der pragmatischen Satzvariable „p" usw.
(FKF-sy):(A2) ist formalisiert „φx" oder „x ε a", d.h. (A) ist ein Wert der syntaktischen Satzvariable „φx" oder „x ε a" usw.
Unter diesen Voraussetzungen könnten für die Formalisierungen (FKF-pr) und (FKF-sy)jeweils weitere metametasprachliche Sätze (Sätze 3. Stufe) - also Sätze (A3) - formuliert werden, welche eine Formalklassifikation der Formalklassifikation in pragmatischer bzw. syntaktischer Hinsicht vornehmen, also"(KFKF-pr)" und"(KFKF-sy)".
(KFKF-pr):(A3): „(A2) ist Element der Klasse Kpr", oder: „(A2) ε Kpr"
(KFKF-sy):(A3): „(A2) ist Element der Klasse K^", oder „(A2) ε Ksy".
Mithin ergibt sich unter der Voraussetzung, dass die Klassifikationen (KF...)des Satzes (A) „Sokrates ist ein Mensch" - also die Sätze (A2) - sinn-volle Sätze sind, die ihrerseits formalisiert(FKF...) und klassifiziert (KFKF...) werden können durch Sätze (A3) einen regressus ad infinitum:
# Interpretation
Der Abschnitt legt eine kritische Analyse der Selbstanwendbarkeit formalklassifikatorischer Sätze im Kontext der Tractatus-Interpretation vor. Der Autor/die Autorin argumentiert, dass Sätze zweiter Stufe (A2), die formale Eigenschaften eines Objektsatzes (A) klassifizieren, selbst wiederum formalisierbar sind – sowohl pragmatisch (als Wert einer Satzvariable „p") als auch syntaktisch (als Wert von „φx" oder „x ε a").
Die zentrale Pointe liegt darin, dass diese Formalisierungen (FKF-pr, FKF-sy) selbst erneut klassifiziert werden können durch Sätze dritter Stufe (A3), die als „KFKF" bezeichnet werden. Dies erzeugt eine Iterationsstruktur: Klassifikation der Klassifikation der Klassifikation usw.
Die Argumentation zielt darauf ab, einen regressus ad infinitum aufzuzeigen. Der Autor/die Autorin nutzt dies vermutlich als kritisches Argument gegen die Konsistenz oder Durchführbarkeit des Tractatus-Programms der formalen Klassifikation von Sätzen – ein Problem, das an Wittgensteins eigene spätere Selbstkritik (etwa im Kontext der Unsagbarkeit formaler Eigenschaften) erinnert.
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