Ist, daß ich Bewußtsein habe, eine Erfahrungstatsache? – Aber sagt man nicht vom Menschen, er habe Bewußtsein; vom Baum, oder Stein aber, sie haben keines? – Wie wäre es, wenn’s anders wäre? – Wären die Menschen alle bewußtlos? – Nein; nicht im gewöhnlichen Sinn des Worts. Aber ich, z.B., hätte nicht Bewußtsein –– wie ich’s jetzt tatsächlich habe.
Wittgenstein zeigt, dass „Ich habe Bewusstsein“ keine empirische Feststellung, sondern ein grammatischer Satz unseres Sprachgebrauchs ist. Dass wir es Menschen zuschreiben (und Steinen nicht), drückt eine Regel unserer Praxis aus, keine entdeckte Tatsache. Das Gegenbild „alle Menschen sind bewusstlos“ ist deshalb keine echte Sachalternative: Es würde unsere Kriterien und damit den Begriff „Bewusstsein“ ändern („nicht im gewöhnlichen Sinn“). Der Ich-Satz verdeutlicht: „Ich habe Bewusstsein“ ist keine innere Beobachtung, sondern eine Stellung im Sprachspiel; seine Verneinung entzöge dem Wort seinen Gebrauch. Philosophisch verlegt Wittgenstein das Bewusstseinsproblem von Metaphysik zu Grammatik: Bedeutung ist Gebrauch in einer Lebensform; mentale Zuschreibungen beruhen auf öffentlich fixierten Kriterien und entkräften so den Anspruch, es bedürfe eines Beweises für andere Geister.
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