Die Möglichkeit aller Gleichnisse, der ganzen Bildhaftigkeit unserer Ausdrucksweise, ruht in der Logik der Abbildung.
Diese Textstelle verankert Wittgensteins Bildtheorie der Sprache in einem noch grundlegenderen Prinzip: der Logik der Abbildung (Abbildungslogik) selbst.
Kernaussage: Nicht nur Sätze bilden Sachverhalte ab, sondern jegliche bildhafte Ausdrucksweise – Metaphern, Gleichnisse, Analogien – beruht auf demselben strukturellen Prinzip. Es muss eine gemeinsame logische Form zwischen Bild und Abgebildetem bestehen, damit Darstellung überhaupt möglich ist.
Kontext im Tractatus: Dies erweitert die zentrale These (Sätze 2.1–2.225), dass Sätze "logische Bilder" der Wirklichkeit sind. Die Aussage zeigt, dass diese Abbildungsrelation universeller ist als nur für deskriptive Sätze – sie ist die Bedingung der Möglichkeit für jede Form symbolischer Darstellung.
Philosophische Bedeutung: Wittgenstein sucht damit die tiefste Struktur, die Sprache und Welt verbindet. Die "Logik der Abbildung" ist selbst unaussprechlich (vgl. 4.12) – sie zeigt sich in jeder gelingenden Darstellung, kann aber nicht selbst wieder dargestellt werden.
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