Von dieser Bemerkung sehen wir in Russell’s „Theory of types“ hinüber: Der Irrtum Russell’s zeigt sich darin, dass er bei der Aufstellung der Zeichenregeln von der Bedeutung der Zeichen reden musste.
# Interpretation von TLP 3.331
Wittgenstein kritisiert hier Russells Typentheorie, die paradoxienfreie Logik durch eine hierarchische Klassifikation von Zeichen (Individuen, Klassen, Klassen von Klassen usw.) sichern wollte. Russells Fehler liegt laut Wittgenstein darin, dass er zur Formulierung seiner Zeichenregeln auf die Bedeutung (den semantischen Gehalt) der Zeichen zurückgreifen musste, statt sich allein auf deren logische Syntax zu stützen.
Dies steht im Zentrum von Wittgensteins Projekt: Die logische Form eines Satzes soll sich rein aus der Zeichenkombination selbst ergeben, ohne dass man wissen muss, was die Zeichen bedeuten. Eine korrekte Zeichensprache müsste Unsinn (wie Russells Paradoxien) bereits durch ihre bloße Struktur ausschließen – nicht durch zusätzliche, von außen auferlegte Regeln über Bedeutungen.
Dies bereitet 3.333 vor, wo Wittgenstein zeigt, wie sich das Russellsche Paradox durch eine angemessene Zeichentheorie (Unterscheidung von Funktion und Argument) von selbst auflöst, ohne Typentheorie.
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