Hier soll auch die Frage aufgeworfen werden, ob und wie Wittgenstein auch im Zusammenhang mit den wahrheitspragmatischen Eigenschaften von Sätzen an Typen gedacht hat. 0bwohl in TLP-5.252, wo „Glied einer Formenreihe" mit „Typ in den Hierarchien Russells und Whiteheads" verglichen wird (allerdings ohne ausdrückliche Angabe der Gemeinsamkeiten), mit „Glied in einer Formenreihe" in erster Linie der Satz (und nicht die Zahl) gemeint ist, ist trotzdem nicht klar, wie dieser so entwurfsweise transformierte Typenbegriff seine Anwendung auf den Satz hat. Eine Übereinstimmung mit den „zahl"-pragmatischen Eigenschaften jedenfalls gibt es: wahrheitspragmatische Eigenschaften sind formale Eigenschaften:
TLP-5.44 Die Wahrheitsfunktionen sind keine materiellen Funktionen.
Das steht übrigens auch in Dissonanz zu Russell, der Wahrheitsfunktionen als eigentliche Funktionen behandelt unter vorausgesetzter Typenbestimmtheit der hierbei als Argumente auftretenden Sätzen (also immer nach dem Prinzip: was für Russell, falls typenmäßig bestimmt, als eigentliche Punktion auftreten kann, ist für Wittgenstein eine formale Eigenschaft). Und folgendes hat sich erwiesen in Kapitel 1.4: im TLP steht der Begriff „Wahrheitsfunktion" sehr in Konkurrenz mit den Begriffen „Wahrheitsoperation" und „Resultat einer Wahrheitsoperation", so sehr, dass m.E. im TLP „Wahrheitsfunktion" nur mehr als Residuum einer großteils aufgegebenen Theorie erscheint, als terminus tecnicus, der mit den logizistischen Implikaten bereits gebrochen hat, besonders damit, die Wahrheitsfunktion eines Satzes als eigentliche Eigenschaft anzusehen.