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S. 29

(1) A(N) „negiert"

(2) N(A(N)) „affirmiert"

(3) N(N(A(N))) „negiert"

(4) N(N(N(A(N)))) „affirmiert"

(5) ...

Die Auswertung schaukelt ad infinitum hin und her zwischen „affirmiert" und „negiert": der behauptete Wahrheitswert des Satzes hängt im jeweiligen Auswertungsschritt nur davon ab, wie viele Negationen im jeweiligen Auswertungsschritt gegeben sind: eine gerade Anzahl von Negationen ergibt „affirmiert", eine ungerade ergibt „negiert", gemäß der formalpragmatischen Eigenschaft des Spiels mit Wahrheitswerten, wonach „¬ ¬ p" '" p", und „"¬ ¬ ¬p" „¬ p" ist.

Im Prinzip ähnlich regrediert die „Klassen"-Antinomie ad infinitum: wenn sich „Klasse" in „'Mensch' ist eine Klasse" als Klasse „zeigt", dann könnte man sagen „'Klasse' ist eine Klasse": hierin „zeigt" sie sich aber nicht mehr als „Klasse" (denn sie enthält sich selbst), also müsste man sagen: „'Klasse ist keine Klasse" - hier sieht „Klasse" wieder aus wie eine „Klasse", also kann man sagen: „'Klasse' ist eine Klasse" usw. Das kontradiktorische Schema suggeriert einen sozusagen zur Ruhe gekommenen Widerspruch, der eigentlich antinomische Fehlimpuls scheint nicht mehr auf, der darin besteht, dass sich for- male Eigenschaften (z.B. „affirmiert", „negiert", oder: „Klasse sein", „nicht Klasse sein") ad infinitum sozusagen nachjagen. Diese formalen Eigenschaften sind miteinander unverträglich nicht aber im Sinne von kontradiktorisch unverträglich: dies ist eine Unverträglichkeit von Sätzen als Resultaten von Wahrheitsoperationen, jene aber eine Unverträglichkeit von formalen Eigenschaften. Nur wenn diese formalen &Eigenschaften wahrheits- pragmatisch verpackt werden (durch das Äquivalenzschema), dann tritt der kontradiktorische Schein der Antinomien auf.