Festgehalten sei als Anhaltspunkt Wittgenstein'scher Kri tik, dass „Cls" und sein Definiens nur typenmäßig unbestimmt sind - die Bestimmung erfolgt durch eine Differenzierung und Nummerierung der Typen der übrigen Variablen - dass aber der nach Wittgenstein formale Begriffe „Cls" („Klasse") genau wie ein eigentlicher Begriff (bspw. „Mensch") durch eine Funktion dargestellt wird. D.h.: „x(fx)" stellt bspw. die Klasse „Mensch" dar, „fx" ist dabei die diese Klasse beschreibende Funktion - analogerweise (meint Russell) kann „α [(Ef) & α = x(fx)]" die Klasse „Cls" darstellen, wobei hier „[(Ef) & α = x(fx)]" als die beschreibende Funktion fungiert. Mit einem Wort: „Cls" ist nach Russell mit einer Funktion darstellbar und kann genauso gehandhabt werden wie eine eigentliche Klasse, bspw.: „(α ε Cls) ↔ [(Ef) & α = x(fx)]" (Russell (21), S. 90 s. 194 (Satz 20.4).
Das Statement Wittgensteins diesbezüglich sei noch aufgeschoben, um vorerst einen ähnlich gelagerten Fall in der Sicht Russells zu besprechen.
Fall (4): „Liebe ist eine Relation". Genau wie (3) in ein syntaktisch sinnvolles Muster passt, passt nach Russell auch (4) in das syntaktisch sinnvolle Muster „R ε Rel" - vgl.: „For 'relation' we shall write 'Rel'; thus 'R ε Rel means 'R is relation'." (Russell (21), S. 26 ). Dabei ist „Rel" = (def.) „R{(Ef) & R = yx [f(xy)]}"; d.h.: „Rel" ist die Klasse aller Relationen R, für die gilt: es gibt ein f und R ist gleich dem Paar der Klassen aller x unf y, für welche gilt: f(xy). Die gleichen typentheoretischen Vorsichtsmaßnahmen wie im Falle von „Cls" gelten auch hier: der Typ von „Rel" ist ohne Kontext unbestimmt und bedeutungslos, im Kontext der Typen der übrigen Variablen jedoch bestimmt usw. - Genauso wie im Fall von „Cls" man schreiben kann „x(fx) ε Cls", d.h.: die Klasse aller x, für die fx gilt, ist eine Klasse - kann man auch hier schreiben: „{xy[f(xy)]} ε Rel", d.h.: das Paar der Klassen aller x und aller y, für die f(xy) gilt, ist eine Relation.4