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S. 49

Als „Wittgensteins Ausweg aus dieser Schwierigkeit" (ebd. S. 59) präsentiert Kenny Wittgensteins Forderung, dass die Regeln der Logik rein syntaktisch sein müssen. Man kann keine semantischen Regeln formulieren, Regeln über die Bedeutung der Zeichen, „auch können wir nicht die syntaktischen Regeln aufgrund der Bedeutung der Zeichen rechtfertigen (z.B. können wir nicht sagen: Jedes Zeichen für den und den Gegenstand muss den und den Regeln genügen)" (ebd., S. 60). Vgl.:

3.33 In der logischen Syntax darf nie die Bedeutung eines Zeichens eine Rolle spielen, sie muss sich aufstellen lassen, ohne dass dabei von der Bedeutung eines Zeichens die Rede wäre, sie darf nur die Beschreibung der Ausdrücke voraussetzen.

Und ad Typentheorie bedeutet das:

3.331 Von dieser Bemerkung sehen wir in Russels „Theory of types" hinüber: Der Irrtum Russells zeigt sich darin, dass er bei der Aufstellung der Zeichenregeln von der Bedeutung der Zeichen reden mußte.

Der von der Kritik Wittgensteins verschonte positive Teil der Typentheorie ist:

3.332 Kein Satz kann etwas (über sich selbst aussagen, weil das Sat2zeichon nicht in sich selbst enthalten sein kann, (das ist die ganze „Theory of types")

Das ist sozusagen das Verbot der direkten und offenkundigen sprachlichen Selbstbezüglichkeit - darin geht Wittgenstein mit Russell konform. Interessanterweise heißt es in den NL in der ansonsten gleichlautenden Stelle anstatt „Satzzeichen" „Symbol des Satzes" (NL, S. 220): und hier kommt der wesentlichere Aspekt der sprachlichen Selbstbezüglichkeit zum Tragen, nämlich die Selbstbezüglichkeit des Symbols, in Abgrenzung von der Selbstbezüglichkeit des (Satz-)Zeichens, was nicht dasselbe ist: vgl. die Sätze „'Dreisilbig' ist dreisilbig" und „Klasse ist eine Klasse", - im ersten Pall wird ein Ausdruck als Zeichen unter sich selbst als Symbol (unter seine Bedeutung) subsumiert,5 - im ersten Fall wird über materielle, eigentliche Qualitäten des Zeichens „dreisilbig" gesprochen (genauerhin: über eine phonologische Eigenschaft dieses Zeichens, welche dieses Zeichen als Symbol selbst bedeutet), im zweiten Fall wird versucht, über formale, wesentliche Eigenschaften des Symbols „Klasse" zu sprechen (genauerhin: über eine formale Eigenschaft dieses Symbols, welche dieses Zeichen als Symbol selbst bedeutet bzw. bedeuten soll).


5 In Klammer habe ich als ungefähr synonym mit „als Symbol" „als Bedeutung" gesetzt, um schon hier anzudeuten, dass die unsichere Formulierung „Bedeutung der Zeichen" in TLP-3.33 und TLP-3.331 das Symbol im Zeichen meint. ↩