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S. 19

Der Definition (4') gehorcht z.B. „Mensch": „'Mensch ist heterolog, weil 'Mensch' als Zeichen kein Mensch ist".

Setzt man nun anstatt „Ase" „heterolog" ein, dann ergibt sich folgendes: (5'): Kh ε Ka ↔ ‚Kh' ε Kh

(6'): Kh ε Kh ↔ ¬ (‚Kh' ε Kh)

Da hier „Kh ε Kh" und „Kh' ε Kh" nicht dasselbe bedeuten, besteht in (6') kein Widerspruch: einmal wird ja „heterolog" als Symbol der Klasse der heterologen Ausdriicke zugeordnet, dann aber wird „'heterolog'„ als Zeichen der Klasse der heterologen Ausdrücke nicht zugesprochen.

Also: „heterolog" als Symbol wäre heterolog dann und nur dann, wenn „ 'heterolog'„ als Zeichen heterolog wäre. Da aber „ 'heterolog'„ als Zeichen nicht die Eigenschaft „heterolog zu sein" haben kann oder: das „heterolog" als Symbol nicht eine Eigenschaft bezeichnet, die „'heterolog'„ als Zeichen Zukommt), ist „hetero1og" als Symbol durchaus heterolog.

Die Antinomie kommt nur zustande, wenn man von „auto1og-2" ausgeht, d.h. wenn man voraussetzt, dass ein Ausdruck nur dann autolog ist, wenn er als Symbol dieselbe formale Eigenschaft hat, die er bedeutet. Diese Antinomie beruht alsc auf der Voraussetzung, dass formalen Begriffen formale Eigenschaften zugeordnet werden können: denn nur so kann ein Ausdruck als Symbol (und nicht nur als Zeichen!) dieselbe formale Eigenschaft haben, die er selbst ausdrückt

Und hier waren wir an demselben Punkt wie bei der Russell-Antinomie. Die formale Eigenschaft „sich selbst enthalten" wäre nur notwendig für den formalen Begriff „Klasse" selbst. Genauso verhält es sich hier: die effektiv antinomische formale Eigenschaft „autolog-2" wäre nur notwendig für formale Begriffe und d.h.: die Grelling-Antinomie entsteht nur, wenn man die formale Eigenschaft „autolog" so definiert, dass sie nur (im Sinne von „autolog-2") auf formale Begriffe zutrifft, welche eine formale Eigenschaft ausdrücken, die sie selbst (als Symbol!) haben. Geht man aber davon aus, dass eigentliche Begriffe nie „autolog-2" sein können, da sie nie Eigenschaften ausdrücken können, die ihnen als Symbole selbst zukommen (sonst wären sie ja formale Begriffe) - sie können wenn schon immer nur „auto1og-1" sein -, vermeidet man weiters die Verwechslung von formalen mit eigentlichen Begriffen, dann ist „autolog-2" als formale Eigenschaft von formalen Begriffen überflüssig, und die Grelling-Antinomie hat keine Chance- Ähnlich chancenlos wäre die Russell-Antinomie.