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S. 54

> (Es gibt nicht, wie Russell meinte, für jede „Type" eine eigenes Gesetz des Widerspruches, sondern Eines genügt da eS nicht auf sich selbst angewandt wird.

Zusammenfassend und zurückbezogen auf die in Kapitel 2.3 dargestellten möglichen Folgen von Formal-Klassifikationen (also der Verwechslung zwischen eigentlichen und formalen Begriffen): regressus ad Infinitum als mögliche erste Folge (Kapitel 2.31) und Antinomien als mögliche zweite Folge (Kapitel 2.32) - in dieser Perspektive gesehen, kann man den Unterschied zwischen Russell und Wittgenstein im Hinblick auf formale Begriffe und formalsprachlicher Selbstbezüglichkeit so zusammenfassen: Russells Lösung der Antinomien (der möglichen zweiten Folge der Formal-Klassifikation, zielt darauf ab, den inneren Regress, die innere Zirkulation ad Infinitum, welche die Antinomien charakterisiert (vgl. Kapitel 2.42), in einen - im Vergleich dazu wohl als harmloser empfundenen - regressus ad infinitum zu modifizieren also: die Typentheorie korrigiert die mögliche zweite Folge der Formal-Klassifikation, und, was dabei herauskommt, ist die erste mögliche Folge der Formal-Klassifikation: ein hierarchisierter regressus ad infinitum. Russell saniert den in falsche Bahnen gelaufenen - leerlaufenden - inneren Regress der Antinomien, - Wittgenstein eliminiert den Regress der Formal-Klassifikation überhaupt, den regressus ad infinitum und den antinomischen inneren Regress. Im folgenden Kapitel wird gezeigt, dass auch Carnaps Übersetzbarkeitsthese der „inhaltlichen" in die „formale Redeweise" letzten Endes auf einen regressus ad infinitum, und d.h. auf die zweite mögliche Folge der Formal-Klassifikation hinausläuft.